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Handwerk

14. März 2026

3 Minuten

Achtzehn Stunden

Warum unser Brot abends angesetzt wird und erst am nächsten Morgen in den Ofen kommt.

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HELLWACH · AUGUSTSTRASSE 47 · BERLIN MITTE

Der Teig wird um halb sechs abends angesetzt, wenn die letzten Gäste gegangen sind und die Küche schon halb aufgeräumt ist. Mehl, Wasser, Salz, ein Löffel vom Sauerteig, der seit vier Jahren in einer Schüssel im Kühlhaus wohnt. Mehr kommt nicht rein.

Was in der Nacht passiert

Achtzehn Stunden klingen nach Geduld, sind aber vor allem Rechnerei. Bei zwanzig Grad im Raum geht der Teig schneller, als uns lieb ist. Also stellen wir ihn kühl und lassen ihn langsam arbeiten. In dieser Zeit baut sich das Gerüst auf, das dem Brot später die grobe, unregelmäßige Krume gibt.

Nadine dreht den Teig dreimal, das letzte Mal kurz vor Mitternacht. Danach bleibt er in Ruhe.

Warum nicht schneller

Man kann Brot in vier Stunden backen. Es sieht dann aus wie Brot und schmeckt wie eine Idee davon. Die Säure fehlt, die Kruste bleibt blass, und nach einem Tag ist es trocken. Unser Laib hält drei Tage auf dem Brett, mit dem Schnitt nach unten.

Wenn du morgens um sieben eine Scheibe bekommst, ist der Teig dafür seit dem Vorabend unterwegs. Das ist kein Marketing. Das ist einfach die Zeit, die es braucht.

HELLWACH

Frühstückshaus in Berlin Mitte. Täglich ab sieben.

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